Induktive Hörhilfen

Voraussetzung, aber auch Vorteil: Der Hörgeschädigte benutzt sein auf ihn persönlich eingemessenes Hörgerät mittels der sogenannten T-Option.

Generell plädieren alle europäischen Schwerhörigenverbände bei ortsfesten Anlagen für die Induktionsvariante.

Für Menschen mit Hörhilfen ist sie sofort einsetzbar und steht für eine optimale Übertragung, unabhängig von zusätzlichen Gerätschaften, notwendigen Batterien etc.. Seitens der Kosten fällt eine Induktions-anlage in der Regel bereits ab 10 gleichzeitigen Nutzern günstiger aus.

Jeder Bauherr und Veranstalter, wie auch jede Kirchengemeinde, sollte die technische Umsetzbarkeit einer Induktionsschleife – auch bei einer späteren Einrichtung – prüfen lassen.

Aufbau einer Induktionsschleife

Von einer vorhandenen Beschallungsanlage oder einem separaten Mikrofon abgenommen 1, wird das Signal in einen Induktionsschleifenverstärker 2 eingespeist. Der Verstärker speist an seinem Ausgang mit konstantem Strom eine Induktionsschleife 3 oder auch speziell zusammen geschaltete Schleifen. Der Strom in dieser Leitung erzeugt ein Magnetfeld m in dem Bereich der Zuhörer.

Das Layout der Schleife kann im einfachsten Fall ein Schleifendraht sein, der in den Sockelleisten raumumfassend verlegt wird. In größeren bzw. quadratischen Räumen sind, soweit baulich möglich, mehrere Schleifen gleicher Größe zu legen.

Leider ist es immer noch die gängige Praxis, die 100 V-Endverstärker lediglich mit einem zusätzlichen Audiotrans-formator zu bestücken. Solche Systeme haben zwei grundlegende Nachteile:

  • sie weisen ein ungünstiges Frequenzverhalten auf. Mit zunehmender  Frequenz steigt die Induktivität an, die für die Sprachverständlichkeit wichtigen hohen Frequenzen können somit nicht mehr abgestrahlt werden.
  • sie sind abhängig von der Lautstärkeeinstellung der Lautsprecher, die eingespeiste Leistung ist unzureichend.

Reine Induktionsschleifen-Verstärker sind als Konstantstromverstärker konzipiert und haben diese Nachteile nicht.

Neben der Anschaffung eines eigenen Schleifen-(Konstantstrom) Verstärkers ist eine fachgerechte Planung der Schleife unabdingbar:

Nicht überall dort, wo es wünschenswert wäre, können akzeptable bzw. gute Bedingungen für die Verlegung der Induktionsschleife vorgefunden werden. Deshalb ist es in der Planungsphase als erstes erforderlich, einen vorgeschlagenen Ort hinsichtlich folgender Bedingungen zu untersuchen:

• gibt es magnetischen Störfelder elektrischer Anlagen, z. B. Heizungssystemen im Fußboden oder im Dachbereich, der elektronischen
Steuerungen von Beleuchtungssystemen, Umspannungstransformatoren, Generatoren, …

• gibt es Einflüsse magnetisch oder elektrisch leitender Materialien in der Gebäudestruktur, insbesondere Armierungsgitter bzw. -eisen, vor allem dort wo die Schleife verlegt werden soll

• sind anderer Induktionsschleifen in der Nachbarschaft, deren Signale diejenigen der geplanten Schleifen stören können

Eine messtechnische Erfassung vorab ist angeraten.

Prinzipiell reicht es, den Schleifendraht einmal an den Außenkanten des Raumes längs zu führen. In Vortrags-, Seminar- oder Gemeinderäumen ist dies die optimale Lösung.

In vielen größeren Sälen, Kirchen, Hallen, in denen nachträglich eine Schleife verlegt werden soll, ist dies baulich ebenfalls die einzige Option. Eine homogene gleich starke Feldstärke, wie in DIN EN 60118-4 vorgegeben, ist so ab einer bestimmten Größe nicht immer zu erreichen.

Hier ist eine segmentierte Schleife anzustreben, die kurzen Kanten des Rechtecks sollten eine Länge von 6 m nicht weit überschreiten.
Bild 2 und Bild 3 zeigen entsprechende Varianten.

In Kirchen mit den üblichen Holzbankreihen ist dies häufig nachträglich recht einfach zu realisieren.
Für komplexe Räume bieten wir in Zusammenarbeit mit den Herstellern die Simulation der zu erwartenden Feldstärke mit verschiedenen Varianten an.

Alternativ zur Auslegung einer Schleife im ganzen Raum gibt es die Möglichkeit, nur einen kleinen Teilbereich abzudecken und ihn
für die Besucher entsprechend zu kennzeichnen.

Neben einfachen Kabeln gibt es flache Kupferbänder, die sich insbesondere zur Verlegung unter Teppichböden, Laminat, …, eignen.

—————————

Weitergehende Infos, Informationsflyer  und Angebote auf unserer speziellen Webseite:

► ►  www.barrierefrei-hoeren.de

Planung und Auslegung von Induktionsschleifen:

► ► www.hoerschleifen.de

 

 

Comments are closed.