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Induktionsschleife oder funk- / infrarotbasierte Lösung

Welche technischen Hilfsmittel gibt es?


Prinzipiell wird unterschieden zwischen
  • fest verlegten Induktionsschleifen für Menschen, die eine eigene Hörhilfe nutzen und
  • funk- bzw. infrarot basierte Hilfsmittel

und neu im Markt:

  • Mobile Connect - die drahtlose 'audio-streaming' Lösung




Induktionsschleife

Die Technik:


In der Regel ist eine Kabelschleife im Raum fest verlegt, die von einem Konstantstromverstärker gespeist wird,
  • Kabelschleife: Je nach Raumgröße eine oder mehrere Schleifen, in der Regel im Fußboden oder in Fußbodenleisten verlegt. Somit ist eine spätere Einbringung der Schleife in einen Raum ohne große bauliche Maßnahmen meist nicht mehr möglich
  • Konstantstromverstärker: Es ist ein besonderer Verstäker, der mit der vorhandenen Beschallungsanlage gekoppelt wird, notwendig. Eine direkte Speisung durch die 100V Verstärkeranlage, wie es früher üblich war, führt zu keinem akzeptablen und normgerechten Ergebnis
  • Die Einkopplung des Signals geschieht direkt in die Hörhilfe. Dabei muss die Hörhilfe über eine Spulenfunktion verfügen (sogenannte T-Option - 'T' wie Telefon, da sich früher die Hörgeräte über die Spule im Telefonhörer direkt einkoppeln konnten). Leider ist das heute nicht immer der Fall
  • für Menschen ohne Hörgerät sind externe Empfänger erhältlich

Zielgruppe:
  • der Hörgeschädigte, der eine Hörhilfe (Hörgerät) benutzt
  • der schwach Hörgeschädigte, der sich ohne weitere Hilfsmittel bewegt

Vorteil:
  • Hörgeräteträger können sich durch Umstellen ihrer Hörhilfe auf die sogenannte T(elefon) - Option ohne weitere Hilfsmittel direkt aufschalten und nutzen somit direkt das auf ihre individuelle Hörschwäche optimierte eigene Gerät.
  • für Menschen ohne eigene Hörhilfe kann der Veranstalter eigene Induktionsempfänger mit Kopfhörer bereit stellen. Diese kosten in der Regel etwas weniger im Vergleich zum Funkempfänger.

Nachteil:
  • Betriebsstörungen sind auch nach vorheriger genauester örtlicher Inspizierung und darauffolgender sachgemäßer Installation nicht auszuschließen. Verursacht werden sie von Stromnetzen, Lichtsteuerungen, elektrischen Maschinen und großen Trafoanlagen
  • die externen Empfänger sind sehr 'lageempfindlich' - wird die interne Empfangsspule im 90° Winkel zu der Schleife gehalten, ist kaum Empfang
  • es ist nur ein Übertragungskanal nutzbar, falls für Schwerhörige genutzt, ist kein weiterer Simultanübersetzungskanal möglich
  • sobald man sich ausserhalb der Schleife bewegt, ist kein Empfang
  • die Anlage ist in der Regel nicht ortsveränderlich
  • der übertragene Audiofrequenzbereich ist eingeschränkt


Funkbasierte Lösung mit Kopfhörer bzw. individueller induktiven Versorgung

Die Technik:

Ein Funksender gekoppelt mit der Beschallungsanlage versorgt den gesamten Raum. Jeder Hörgeschädigte ist mit einem eigenen Empfänger zu versorgen. An diesen kann entweder ein Kopfhörer oder eine individuelle Induktionsschleife angeschlossen werden.


Zielgruppe:
  • der schwach Hörgeschädigte, der sich ohne weitere Hilfsmittel bewegt
  • der Hörgeschädigte, der eine Hörhilfe (Hörgerät) benutzt
  • Dolmetscherbetrieb

Vorteil:
  • beide Zielgruppen werden gleichermaßen bedient
  • Systeme können zudem für Simultanübersetzung eingesetzt werden, da sie in der Regel über mehrere schaltbare und unterschiedlich ansprechbare Übertragungskanäle verfügen
  • insbesondere die Funkanlagen sind ortsbeweglich und können problemlos verliehen oder mit entsprechenden Hand- oder Taschensendern alternativ in mehreren Räumen genutzt werden

Nachteil:
  • für jeden Hörgeschädigten, auch denjenigen mit einem Hörgerät, muss ein Empfänger bereitgestellt, am Ende der Veranstaltung wieder eingesammelt und geladen werden
  • die sogenannten und häufig bevorzugten Kopfbügelempfänger sind für Menschen mit Hörgerät in der Regel unbrauchbar, das Hörgerät steckt ja selbst in der Ohrmuschel. Das gleiche gilt für geschlossene Kopfhörer, sie führen beim Hörgerät unweigerlich zu Rückkopplung. Es ist darauf zu achten, dass zumindest ein Teil der Empfänger jeden handelsüblichen Kopfhörer bedienen kann
  • unvorhergesehene Betriebsstörungen sind nicht ganz auszuschließen, ein gutes Frequenzmanagement verhindert sie aber in der Regel

Infrarotbasierte Lösung mit Kopfhörer

Die Technik:

Ein spezielles Gerät -  gekoppelt mit der Beschallungsanlage - wandelt das Audiosignal in ein speziell moduliertes Signal, das Infrarotstrahler ansteuert und das abgegebene Licht entsprechend moduliert. Jeder Hörgeschädigte ist mit einem eigenen Empfänger mit Kopfhörern zu versorgen, der das 'Lichtsignal' wieder zurückwandelt. Das Lichtsignal liegt im Infrarotbereich und ist für das menschliche Auge nicht sichtbar.


Zielgruppe:
  • der schwach Hörgeschädigte, der sich ohne weitere Hilfsmittel bewegt
  • Dolmetscherbetrieb

Vorteil:
  • Systeme können zudem für Simultanübersetzung eingesetzt werden, da sie in der Regel über mehrere schaltbare und unterschiedlich ansprechbare Übertragungskanäle verfügen
  • das Signal bleibt im Raum - ist somit bei visueller Abschottung des Raumes abhörsicher

Nachteil:
  • für jeden Hörgeschädigten muss ein Empfänger bereitgestellt werden.
  • eine direkte induktive Einkopplung in vorhandene Hörgeräte ist nicht möglich (zumindest uns nicht bekannt)
  • die sogenannten und häufig bevorzugten Kopfbügelempfänger sind für Menschen mit Hörgerät unbrauchbar, das Hörgerät steckt ja selbst in der Ohrmuschel. Das gleiche gilt für geschlossene Kopfhörer, sie führen beim Hörgerät unweigerlich zu Rückkopplung.
  • im Vergleich zu den anderen Systemen ergeben sich komplett andersgeartete Betriebsstörungen:
    •  es muss Sichtverbindung zum Infrarotstrahler bestehen. Häufig reicht schon ein stehender Mensch vor einem sitzenden, das Signal reisst ab
    • dunkel angstrichene Räume sind für den eben genannten Effekt wesentlich stärker anfällig, da das Infrarotlichtsignal nicht an den Wänden reflektiert werden kann
    • starke Bühnenbeleuchtungen auf Basis von Glühlampen oder Halogenscheinwerfer reduzieren die Reichweite unter Umständen erheblich

Mobile Connect

Audiostreaming über WLAN ist die innovative Möglichkeit, Hörgeschädigte zu versorgen:

Benötigt wird ein Sendermodul und ein WLAN Netz.
Der Zuhörer nutzt sein eigenes Smartphone

Diese Technik wird in Zukunft sicherlich eine große Rolle spielen und die bisherigen Systeme ergänzen.
Zur Zeit allerdings noch sehr kostspielig in der Anschaffung, daher im weiteren Text noch nicht berücksichtigt.

Weitere Infos hier »



Welche Technik ist vorzuziehen?


Schwerhörigenverbände favorisieren in der Regel den Festeinbau von Induktionsschleifen. Die Hauptargumente sind die permanente Verfügbarkeit, der sehr geringe Wartungsaufwand und die überschaubaren, einmaligen Kosten bei Neubauten bzw. grundlegenden Sanierungsmaßnahmen. Für Menschen mit Hörhilfen sind sie sofort einsetzbar und stehen für eine optimale Übertragung, unabhängig von zusätzlichen Gerätschaften, notwendigen Batterien etc..

Seitens der Anschaffungskosten fällt eine Induktionsanlage in der Regel bereits ab 5 - 10 gleichzeitigen Nutzern günstiger aus - dies allerdings nur, wenn die Einbringung der Schleife keine zusätzlichen Baumaßnahmen mit sich bringt.

Jeder Bauherr und Veranstalter, wie auch jede Kirchengemeinde, sollte die technische Umsetzbarkeit einer Induktionsschleife - auch bei einer späteren Einrichtung - prüfen lassen.

Viele Argumente weißen so zunächst Richtung Induktionsschleife.


Dem gegenüber stehen praktische Erfahrungswerte:
  • eine nicht unerhebliche Anzahl von heutigen Hörhilfen verfügt nicht mehr über die benötigte T-Option bzw. sie ist nicht aktiviert. Wieviele der vorhandenen Hörgeräte dies letztlich wirklich betrifft ist stark abhängig von der Region und den Besuchergruppen - es sind uns Zahlen von 50 % bis fast 0 % von Hörgeräteakustikern, Hallenbetreibern und Kirchgemeinden genannt worden. Hier sollte vor einer Investition bei den regelmäßigen Besuchern recherchiert werden.

  • gerade im kirchlichen Bereich treffen wir vermehrt auf Menschen, deren Hör- und Konzentrationsvermögen bereits beeinträchtigt ist, aber (noch) kein Hörgerät nutzen. Letztlich müssen immer einige Empfänger bereitgestellt, ausgegeben, eingesammelt, geladen, gewartet werden. Damit trifft das Hauptargument der Schwerhörigenverbände - einmal installiert, danach permanent und ohne weiteren Aufwand verfügbar - so nicht mehr zu

  • in unseren Kirchengebäuden ist eine nachträgliche Verlegung einer Kabelschleife häufig aufwendig und kostspielig bzw. durch Auflagen des Denkmalschutzes erschwert.

Unsere Empfehlung:

Im Rahmen von Neubauvorhaben und Sanierungen, die den Fußboden bzw. Bodenbelag einbeziehen, ist die Installation einer festen Induktionsschleife (in größeren Räumen in der Regel von segmentierten Schleifen) in einem überschaubaren Kostenrahmen realisierbar und sollte somit in die Maßnahmen einbezogen werden. Die Grundversorgung der Hörgeräteträger, die über eine T-Option verfügen, ist damit abgedeckt.

Ein nachträgliches Einbringen einer Schleife führt in der Regel zu hohen Investitionskosten bzw. beschränkt sich aus baulichen Gründen nur auf Teilbereiche des Raumes.

So ist ein funkbasiertes, modulares System zur Hörunterstützung häufig die bessere und einfachere Lösung. Es ist sofort einsatzbereit, da keine baulichen Maßnahmen erforderlich sind. Das System ist sowohl über die T-Option im Hörgerät als auch mit Kopfhörer nutzbar.

Die bedeutendsten Vorteile gegenüber einer installierten Induktionsschleife liegen in der Multifunktionalität:
  • grenzenlosen Mobilität: in Verbindung mit dem Hand- bzw. Taschensender ist das System in beliebigen Räumen, so z.B. auch im Bibelkreis oder Seniorenheim, mit wenigen Handgriffen einsetzbar.
  • es ist sowohl für die Versorgung der Schwerhörigen als auch oder parallel für Dolmetscheranwendungen nutzbar



Randbemerkung: Infrarottechnik spielt in diesem Anwendungsspektrum inzwischen eine eher untergeordnete Rolle und wird in Deutschland nur noch von einem namhaften Hersteller angeboten. Sprechen Sie uns bitte an, wenn Sie in diese Richtung weiterdenken wollen