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Evangelische Kirche Bad Schmiedeberg

Projekt 2012 - 2013


Die Kirche

Die jetzige Kirche kann auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken. Gebaut an der Stelle einer romanischen Wehrkirche, die während der Hussitenkriege zerstört wurde, entstand eine wesentlich größere spätgotische dreischiffige Hallenkirche, die im Jahr 1454 eingeweiht wurde. Ein Stich Matthias Merians aus dem 17. Jhd. zeigt die Kirche mit vier Türmen. Der große Westturm mit rund 60 m Höhe ist erhalten geblieben. Die zwei Seitentürme im Nord- und Südosten sowie der Dachreiter wurden nach der Zerstörung 1637 nicht wieder aufgebaut.
Im 30-jährigen Krieg brannten schwedische Truppen 1637 Stadt und Kirche nieder. 1640 stürzte das Gewölbe als Folge des Brandes ein. Zum Kriegsende 1648 war die Kirche völlig zerstört. Aber bereits 1650 fand der erste Gottesdienst in der teilweise rekonstruierten Kirche statt.
In der Zeit von 1650 - 1681 wurde der Innenraum in Barockstil neu gestaltet. An die Stelle des Gewölbes trat eine mit biblischen Motiven bemalte und mit Stuckornamenten verzierte Flachdecke. Weitere Brände und Instandsetzungen fanden über die Jahre hin statt, teils mit Freilegung des alten Zustandes und Rückbau. In der DDR-Zeit wurden viele Maßnahmen zur Gebäudesicherung unternommen, seit 1992 wird die Kirche nun umfassend saniert und restauriert. Über eine Million Euro mussten allein zur Rettung des Dachstuhls und zur Beseitigung der Holzschäden aufgebracht werden. Weiterhin wurde das Mauerwerk gesichert. In Absprache mit dem Denkmalschutz stellte man die geschlossene neoklassizistische Farbfassung von 1905 wieder her und 2006 der Altar restauriert. Die Kirche steht komplett unter Denkmalschutz

Heute zählt die Kirchengemeinde lediglich 900 Mitglieder, für westdeutsche Verhältnisse eine sehr geringe Zahl. Jedoch ist die Kirchengemeinde in dem aufstrebenden Kurort äußerst aktiv. Jeden Monat stehen mehrere Konzerte auf der Tagesordnung, das Hofkino öffnet ebenfalls fast jede Woche seine Pforten. Die Stadtkirche Bad Schmiedeberg trägt das Signet VERLÄSSLICH GEÖFFNETE KIRCHE, fast jeden Tag ist sie zur Andacht und Besichtigung geöffnet. Und natürlich ist jeden Sonntag Gottesdienst, der in der kalten Jahreszeit in der Winterkirche abgehalten wird.

Der Kirche selbst verfügte bis dato über keine geeignete Beschallungsanlage. Die Eigenakustik ist so gut, dass diese auch bis jetzt keine unbedingt notwendige Maßnahme darstellte. Selbst Martin Luther predigte1528 während seiner Kirchen- und Schulvisitation in dieser Kirche. Allerdings wurde die letzten Jahre im Rahmen einzelner Veranstaltungen immer wieder Technik in die Kirche eingebracht. Zudem steht die Gemeinde inzwischen - wie viele andere Gemeinden auch - vor einem geänderten Nutzungsprofil des Kirchengebäudes. Regelmäßige Gottesdienste mit wenig Besuch, dazu an den hohen Feiertagen überfüllte Gotteshäuser, Konzerte, Filmvorführungen etc.. Die sich verändernde Alterspyramide und das steigende Lebensalter stellen inzwischen größere Anforderungen an Sprachverständlichkeit. So entstand der Wunsch, auf eine fest installierte, leistungsfähige, omnipotente Anlage zurückgreifen zu können.

Ein weiteres Anliegen der Kirchgemeinde war die Installation einer Induktionsschleife für die hörgeschädigten Besucher.

Die Konzeption

Im Gespräch mit der Firma Church & Sound, insbesondere dem Inhaber, Herrn Dipl-Ing Rainer Zincke, entwickelte sich ein umfangreiches Pflichtenheft. An erster Stelle stand natürlich eine klare und deutliche Sprachübertragung sowohl für eine fast leere als auch eine voll besuchte Kirche. Der warme Charakter des gesamten sakralen Ambientes, der sich in der Farbgebung und den vielfachen Holzeinbauten wieder spiegelt, ist von der Beschallung aufzugreifen. An zweiter Stelle folgte der Wunsch, die Anlage im Rahmen der vielfachen Konzertveranstaltungen wie da sind Jazz und Popkonzerte, Chorauftritte und Filmvorführungen nutzen zu können. Der Einsatz von mobiler Technik sollte in den meisten Fällen der Vergangenheit angehören.

Ein weiterer Wunsch war, einerseits eine sehr einfach zu bedienende Anlage zu erwerben, die nach dem Motto „einschalten - geht" funktioniert. Die keine langen Schulungen des Kirchdienstes verlangt und die ein Gastpfarrer notfalls auch allein in Gang bringt. Andrerseits wünschte man sich viele Anschlussmöglichkeiten und Eingriffsmöglichkeit, um Krippenspiele, Konzerte etc. mit vielen Mikrofonen und Instrumenten zeitnah und vor Ort regulieren zu können. Letztlich sollte den sehr unterschiedlichen Auslastungen des Gotteshaus Rechnung getragen werden, indem einzelne Bereiche schnell ab- und zuschaltbar realisiert werden.  

Der ersten Kontaktaufnahme im Februar 2012 und einer Probebeschallung im April inklusive der Festlegung der einzelnen Eckpunkte des Pflichtenheftes, folgten eine konkrete und ausführliche Projektierung und Angebotserstellung. Hierbei wurde deutlich, dass insbesondere die Kabelführung massive Eingriffe in den baulichen Bestand bedeutet. Hier ruhte der Kontakt zum Planungsbüro zunächst, im Hintergrund liefen aber bereits seitens der Gemeinde ausführliche Gespräche mit dem kirchlichen Bauamt und dem Denkmalschutz an.

Im September 2013 kam Bewegung in das Projekt. Es folgte zeitnah ein Termin mit Herrn Pfarrer Krause seitens der Gemeinde, Herrn Schubert vom kirchlichen Bauamt und Herrn Dr Titze vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Es fand eine weitere Bemusterung unter besonderer Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Gesichtspunkte statt, die Farbgebung der Lautsprecher und die Kabelwege wurden im Detail festgelegt, die Vorbereitung auf die einzelnen Gewerke verteilt.

Seitens Church & Sound erfolgte die Einarbeitung der Änderungen und detaillierte Ausarbeitung des Projektes, der Arbeitsverteilung auf die einzelnen Gewerke.  Im Dezember 2013 erfolgte die Installation. Involviert waren ein Steinmetz zur Vorbereitung der Leitungswege im Fußboden, ein Tischler, der an vielen Stellen innerhalb der Emporenkontruktion Dielen aufnahm, um die Kabel möglichst schonend und optisch verborgen verlegen zu können. Es wurden zwei Kernbohrungen in den vorderen Säulen gesetzt und ein Restaurator sorgte im Nachhinein für die Beseitigung der nicht ganz unvermeidlichen kleinen Schäden an Putz und Farbe. Pünktlich zum adventlichen Konzert am 15. Dezember konnte die Anlage übergeben werden und bestand bereits zu den Weihnachtsgottesdiensten den ersten Stresstest mit großer Bravour.

Die Realisation

Die Kirche mit einer Länge des Kirchenschiffs von über 30 m und einer Höhe von .... m ist  akustisch im Vergleich zu Kirchen ähnlicher Größenordnung relativ 'trocken'. Eine Messung der Nachhallzeit RT60 (nach DIN EN ISO 3382-2) zeigt als höchsten Wert 2,37 s bei 500 Hz, in beiden Richtungen abfallend. Dieser sehr gute Wert ist den massiven Holzeinbauten in Form der weit in das Schiff hineingezogenen zweistöckigen Emporen, aber auch den vorn liegenden Chorgestühlen und dem massiven Holzaltar gezollt. Für eine Sprachbeschallung ist dieser Wert in Blick auf die Größenordnung des Gebäudes sehr nahe den heutige Forderungen für Veranstaltungsräume (DIN 18041), denen eine Mischnutzung Sprache / Musik zugrunde liegt. Nicht ohne Grund ist diese Kirche für klassische Darbietungen sehr geschätzt. Seitens einer Beschallungsanlage ist im Blick auf eine hohe Sprachverständlichkeit darauf zu achten, dass im Bereich der höheren Frequenzen (ab ca. 2000 Hz bis mind. 10 kHz) stark gestützt werden sollte, bedenkt man, dass bei einer Vollbesetzung der RT-Wert ab 2000 Hz weiter absacken wird. Bei musikalischen Einspielungen darf sowohl im unteren Bereich  (bis 200 Hz) als auch im oberen Bereich betont werden.

Die sehr weit im Hauptschiff positionierten Säulen und die weit ins Hauptschiff hineingezogene Kanzel erschweren einen klassischen Aufbau einer dezentraler Beschallung montiert an den Säulen. Eine Beschallung direkt von den Seitenwänden ist ebenfalls schlecht möglich, die Decken der Emporen sind zu tief, bei stehendem Publikum kommt es zu einer kompletten Abschattung.
Der Altarbereich ist sehr langgezogen und wird sehr unterschiedlich genutzt. Der weit hinten liegende Altar, das vorn liegende Taufbecken und die bei diversen Anlässen (z.B. Krippenspiel) vorgezogene, erhöht stehende Bühne stellen sehr unterschiedliche Anforderungen an das Beschallungssystem.

Gewählt wird ein dezentrales Lautsprechersystem unter Verzicht auf die häufig eingesetzten Sprachsäulen im Bereich der hinteren Lautsprecherebenen:

An der Front, montiert an den beiden Säulen mit Unterkante Lautsprecherzeile von 2,60 m, kommen zwei Lautsprecherzeilen zum Einsatz. Die Wahl fällt auf die passive PanBeam PB8-15 des deutschen Herstellers Pan-Acoustics. Auffallend war der klare, unverfälschte Klang, das schlanke, unauffälliges Design bei Maßen von nur 906 mm x 99 mm x 94 mm, das geringe Gewicht von 5 kg und natürlich die breite horizontale, frequenzunabhängige Abstrahlung von 140°. Bei einem maximalen Pegel von 120 dB (1 W / 1m) und noch 95 dB bei 25 m fast raumdeckend. Letztlich ausschlaggebend war das ausgewogene Klangbild bis hin zu 16 kHz in der Musikwiedergabe.  Die hohe Montage ist der vorgelagerten Aktionsfläche geschuldet, im Rahmen von Krippenspielen und Konzerten wird hier teilweise mit einer erhöhten Bühne gearbeitet. Bei entsprechender Neigung ergibt sich ein sehr guter Mittelweg zwischen Rückkopplungsfestigkeit und Abdeckung bereits der ersten Sitzreihe.

Die in den Zuhörerbereich verlagerte Kanzel und die inmitten der Stuhlreihen positionierten massiven Säulen lassen eine Montage der Stützlautsprecher an den Säulen als ungeeignet erscheinen, von einem etwaigen optischen Erscheinungsbild ganz zu schweigen. Als geeignete Montagepunkte bieten sich die Ständer der Emporenkonstruktion an. Insgesamt wurden drei Lautsprecherebenen mit einem Abstand von jeweils ca. 5 m gewählt. Gleicherweise wurde in der ersten Empore verfahren. Die zweite Empore wurde zunächst ausgespart, da sie in den letzten Jahren praktisch nicht mehr genutzt wurde. Die Wahl der Lautsprecher war nicht leicht. Bei der hohen Stückzahl, mit der Gebetskapelle und der Loge insgesamt 14 Einheiten, spielten finanzielle Überlegungen eine nicht ganz untergeordnete Rolle in der Entscheidungsfindung. Die Wahl fiel letztlich auf die D.A.S. Arco 24T. Diese Lautsprecherbox fällt bei einem Vergleich von Lautsprecherboxen in vergleichbarer Preisregion mit einem proportional sehr glatten Frequenzverhalten im für Sprachübertragung relevanten Bereich von 200 bis 8000 Hz auf. Bei der insgesamt moderaten Nachhallzeit in dieser Kirche und der kurzen Wurfweite ist die kugelartige Abstrahlcharakteristik eher von untergeordneter Bedeutung. Die einzelnen Lautsprecher werden entsprechend ihrem Abstand zu Lautsprecherzeile in der Front elektronisch verzögert.

Ergänzt wurde die Anlage um einen kleinen Subwoover, der optional aufgestellt werden kann. Aufgeschaltet auf den externen Eingangskanal sorgt er bei Musikdarbietungen für ein ausgewogenes Klangbild. Die Wahl fiel auf den Tannoy VSX 10BP. Ein ultrakompakter Bandpass-Subwoover mit einer sehr klaren und prägnanten Basswiedergabe.

Alle installierten Lautsprecher wurden in der vom Denkmalschutz vorgegebenen Farbe lackiert und passen sich sehr schön in das sakrale Raumambiente ein.


Die eingesetzte Technik

Das Herzstück der Anlage bildet eine digitale Steuerungseinheit, die Wahl fiel auf die SymNet Solus 8 von der amerikanischen Firma Symetrix. Abgesehen von der überragenden Leistungsfähigkeit, sehr gut umgesetzter Automatikmixfunktion, automatischer Rückkopplungsunterdrückung und sehr genau programmierbaren Filtern, bietet dieses Gerät die Möglichkeit, dem Kunden neben den Bedienpanels eine PC bezogene Oberfläche gemäß den Kundenwünschen zu programmieren. Mittels dieser kann im laufenden Betrieb auf eine Vielzahl von Parametern eingegriffen werden. Im Regelbetrieb wird dies aber nicht notwendig sein. Die Anlage fährt im programmierten Zustand an. Mittels des Bedienpanels können grundlegende Szenarien wie „schwach besetzte Kirche", „volle Kirche", „Empore ja / nein", ... ausgewählt werden. Über ein kleines Menü lassen sich zusätzlich die einzelnen Lautstärken verändern. Es stehen acht Eingänge zur Verfügung, sieben Mikrofoneingänge und ein Einspielungspunkt für ein externes Mischpult oder Abspieler (z.B. mp3 - Player). Die acht möglichen Ausgänge steuern die Lautsprecherzeilen in der Front, den Subwoover, 4 Delaylines im Kirchenschiff, 2 Delaylines auf der Empore. Die Detailprogrammierung erfolgte vor der Übergabe vor Ort in Absprache mit dem Kunden

Bezüglich der Endstufen fiel die Wahl auf Crown. Die Frontlautspecher und der Subwoover werden niederohmig betrieben, bietet sich bei Kabellängen kleiner 15 m an. Eingesetzt wurde hier die Crown XLS 2000, 2 x 650 Watt an 4 Ohm. Alle anderer Lautsprecher werden im 100V Technik betrieben,  hier kam die achtkanalige Installationsendstufe Crown CT8150, 8 x 125 Watt an 4 Ohm mit dem dazugehörigen Trafopack Crown CT XFMR 8 zum Einsatz.

Die grundlegenden Mikrofone sollten immer drahtgebunden realisiert werden. Fehlende Batterien, nicht aufgeladene Akkus (verlegte Mikrofone sind häufig ein permanentes Ärgernis in vielen Kirchen), Kanzel, Rednerpult und Altar (2) bekamen jeweils ein Schwanenhalsmikrofon aus der MX-Serie von Shure. Am Rednerpult wurde auf Grund der räumlichen Nähe zum Frontlautspecher eine Hyperniere vorgesehen, alle anderen wurden mit Nierencharakteristik bestückt. Ergänzt wurde die Anlage um drei weitere drahtlose Mikrofone, zwei Handmikrofone und ein Lavalier bzw. Headset. Die Wahl fiel auf AKG WMS 470. Ausschlaggebend waren zwei Punkte: Ladeschalen, die ein Aufladen der Akkus ohne Herausnahme des Akkus ermöglicht und der sogenannte „Pastorenschalter". Ein zusätzlicher großer Schaltknopf zum Taschensender, der dem(der) Pfarrer(in) ermöglicht, das Mikrofon auch durch den Talar hindurch zu schalten. Die anderen großen Hersteller können diese Features leider nur entweder / oder bieten, bleibt man in dieser Preisregion.

Die Umsetzung der Induktionsschleife zeigte sich seitens der baulichen Umsetzung als nicht gerade einfach. Der für die Schleife ins Auge gefasste Block wird an beiden Seiten von metallenen Kabelkanälen begleitet, die die Stromversorgung für die Bankheizung führen. Ein Magnetfeld kann sich aber nicht aufbauen, wenn das Induktionskabel in einem metallisch geschirmten Kanal läuft. Es musste daher also nach einer Möglichkeit gesucht werden, dies in dem Holzfundament zu verlegen. Dies ist Dank des Erfinderreichtums der Tischler vor Ort doch recht gut gelungen. Verlegt wurde eine Schleife um einen Block von 18 x 5 m. Die Versorgung übernimmt ein Konstantstromverstärker von Ampetronic, der ILD-300. Die Kontrollmessung ergab, dass die Vorgaben der DIN EN 60118-4 eingehalten werden.

Bereits angesprochen, wurde die Möglichkeit geschaffen, im Rahmen größerer Veranstaltungen ein externes Mischpult anzuschließen. Angeschafft wurde ein 12 Kanal Mischpult von Soundcraft, das EFX 12. Zusammen mit weiteren 8 Funkempfängern (hier Shure BLX) und weiteren drahtgebundenen Mikrofonen eingebaut in ein rollbares Rack lässt sich die Anlage zu einem vielen Anwendungen und Konzerten gerecht werdenden System erweitern. Zwei kleine Monitorboxen von dB Technologies, die L 160 D runden das System ab.

Für die technische Umsetzung war der Zeitraum von einer Woche geplant. Es musste gut vorbereitet sein. Der Steinmetz hatte im Vorfeld bereits einige Bodenplatten aufgenommen, die Tischler bereits einige Kabelwege freigelegt. Unter Leitung von unserer Elektrofachkraft Herrn Pusch begannen die Arbeiten Montag Vormittag. Die Verlegung der Kabel nahm dabei die meiste Zeit ein. Stück für Stück, im Bereich der Emporen in direkter Zusammenarbeit mit den Tischlern gingen die Arbeiten voran. Zwischenzeitlich wurden die Kernbohrungen in den vorderen Säulen gesetzt. Eine letzte große Herausforderung an die Tischler war letztlich die Verlegung der Induktionsschleife an bzw. in dem Holzfundament der Bestuhlung. Hier war beidseitig ein Metallkabelkanal im Weg für die Stromversorgung der Bankheizung, der als metallischer Kanal nicht für das Schleifenkabel genutzt werden konnte. Freitag Abend konnte die Anlage in Betrieb genommen und zusammen mit Herrn Dipl.-Ing. Rainer Zincke eingemessen werden, es funktionierte alles sofort problemlos. Der Samstag stand für Fein- und Aufräumarbeiten zur Verfügung. Sonntags erfolgte die ausführliche Einweisung und nachmittags die erste, sehr erfolgreiche Feuerprobe.

Zur Einmessung stand  Messtechnik der Firma NTI  zur Verfügung.

Eine darauf folgende STI-PA* Messung ergab Werte zwischen 0,69 im besten Fall und 0,57 an der schlechtesten Position. Neben denen für ein klassisches Kirchengebäude sehr guten Werten fällt insbesondere die sehr homogene Ausbreitung auf hohem Niveau auf. In der STI-PA Skala werden Werte zwischen 0,45 und 0,6 als „befriedigend, angemessen" und zwischen 0,6 und 0,75 als „gut" angenommen. Wesentlich bessere Werte sind allein auf Grund der vorhandenen Nachhallzeit schwer zu erreichen.
 





*STIPA (Speech Transmission Index for Public Address Systems) ist eine vereinfachte schnelle Messmethode des Sprachverständlichkeit einer Übertragungsstrecke, die elektro-akustische und akustische Effekte berücksichtigt. Eine typische STI-PA-Anwendung ist die Messung der Sprachverständlichkeit bei Beschallungs- und Evakuierungsanlagen. Dabei wird verifiziert, ob Notfalldurchsagen im Ernstfall für die anwesenden Personen verständlich sind.
Sprache kann als Rauschen im Frequenzbereich 125 Hz – 10 kHz mit einer Amplituden-Modulation von tieffrequenten Sinus-Signalen (0,63 Hz – 12,5 Hz) beschrieben werden. Ein solches sprach-ähnliches Signal wird als STIPA-Testsignal verwendet und simuliert somit den menschlichen Sprecher. Das Messgerät misst die Modulation des empfangenen Signals und vergleicht diese mit dem originalen Testsignal in den Oktavbändern 125 Hz – 10 kHz. Dabei wird aus einem Verlust der Modulationstiefe auf eine reduzierte Sprachverständlichkeit geschlossen. Die Skala reicht von einem Index von 0 (keine Sprachverständlichkeit) bis zu 1 (optimal).